IGA Event Arosa, 20. / 21. Juni 2026
Bereits am Freitagnachmittag traf sich der grösste Teil der Teilnehmer im Hotel Hold. Mit dabei waren auch die Partnerinnen von drei Piloten. Der Vorteil dieser frühen Anreise lag auf der Hand: kein frühes Aufstehen am Samstag. Der Preis dafür war allerdings ein ausgedehnter Aufenthalt im Stau vor dem Qualensee. Manche verbringen ihre Freizeit bekanntlich am Seeufer, wir standen davor. Ein feines Nachtessen und das anschliessende gemütliche Beisammensein liessen die Strapazen der Anreise aber schnell vergessen.
Am Samstagmorgen stiessen noch zwei Teilnehmer aus der Ostschweiz zu uns. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum Tschuggen. Je nach körperlicher Verfassung oder persönlicher Vorliebe erfolgte der Aufstieg zu Fuss, mit Bus und Seilbahn oder per Autoshuttle. Die drei Frauen entschieden sich für eine Wanderung und den Besuch im Bärenpark. Ob sie in den Chor der Park-Besucher einstimmten weiss ich nicht. Es gehört wohl dazu, dass die Bären mit ständigen «Ricollaahhh – Rufen» herausgelockt werden sollen.
Kurz nach zehn Uhr besetzten wir die Seilbahnstation. Einen geeigneten Platz suchen, Stühle aufstellen und Modelle montieren gehört für Modellflugpiloten zum festen Ritual. Aussenstehende würden vermutlich von einer mobilen Gartenwirtschaft mit Fluggeräten sprechen.
Bild: Mobile Gartenwirtschaft
Das Wetter zeigte sich erneut von seiner besten Seite. Die Sonne strahlte, der Schatten wurde knapp und der Wind machte das, was er in Arosa seit Jahren zuverlässig tut: bocken. Laut Prognose sollte er bis Mittag aus Richtung Arosa wehen und danach langsam nach Norden drehen. Dieses Zeitfenster wollte ich unbedingt nutzen. Mein Wunsch zu fliegen war so gross, dass ich das Briefing unseres Flugleiters Walti Keller kurzerhand überging. Sorry Walti, mein schlechtes Gewissen fliegt immer noch mit.
Die Flugbedingungen präsentierten sich typisch Arosa: grossartige Aufwinde wechselten sich mit heftigen Absaufern in kurzer Folge ab, die jedes Modell sehr rasch auf den Boden der Tatsachen zurückholten. Mein erster Flug mit dem Kö C endete folgerichtig auf der Wiese, 50 Höhenmeter unter uns. Also absteigen, Modell einsammeln und zurück nach oben. Immerhin boten die Blumen und Alpenrosen unterwegs genügend Ablenkung.
Auch der Champion von Tauss entschied sich wenig später für einen Besuch im Tal. Dabei hätte man meinen können, dass ein Modell, das schon einmal auf dem Tschuggen geflogen ist, die örtlichen Verhältnisse kennt.
Bild: Tauss Champion
Nach und nach kamen weitere Modelle in die Luft. Besonders erwähnen möchte ich unseren Gast Christian aus Deutschland, der einen Passat 57, einen Graupner Hobby und einen ETB 15 mitgebracht hatte. Die Anreise war weit, die Hoffnung auf gute Thermik vermutlich noch grösser.
Bild: Graupner Hobby und Passat 57 und ETB 15
Nach einigen Stunden machte sich der Hunger bemerkbar. Ein Teil der Gruppe stieg zum Restaurant ab, während der andere die mitgebrachte Verpflegung genoss. Die Restaurantbesucher wurden dort allerdings mit einem unerwarteten Programmpunkt empfangen: Stau und Wartezeiten. Offenbar wollte man uns das Erlebnis der Anreise noch einmal in Erinnerung rufen.
Bild: Mittagsruhe
Am Nachmittag wurde weitergeflogen, vorwiegend mit motorisierten Modellen. Auch mein Elektro-Pfiff kam zum Einsatz und bescherte mir einige entspannte Flüge. Kleinere Brüche blieben nicht aus, spektakuläre Totalschäden gab es zum Glück keine. Die Modelle waren offenbar ebenso vernünftig wie ihre Besitzer.
Bild: Gemeinsames Fliegen
Gegen Abend wurde gemeinsam zusammengepackt. Im Hotel Hold traf schliesslich auch unser letzter Teilnehmer aus dem Engadin ein. Damit waren wir bei der diesjährigen Ausgabe des «Aroser» insgesamt neun Piloten plus drei Wanderinnen.
Ein feines Nachtessen in angenehmer Runde rundete den Tag ab.
Der Sonntag verlief dann fast wie eine Kopie des Samstags. Wer den ersten Tag verpasst hatte, bekam eine zweite Chance. Die Piloten vom Samstag wussten bereits, was sie erwartete. Dabei bekamen wir Besuch der drei Damen, die ihre Wanderroute für einen kleinen Abstecher bei uns planten.
Bild: Gruppenbild Sonntag
Im Hotel Hold wurden wir von Margaret und Housi einmal mehr herzlich empfangen und ausgezeichnet bewirtet. Dafür gebührt ihnen ebenso ein grosser Dank wie den Organisatoren und allen Teilnehmern.
Bild: wir sind gemeint
Juni 2026, Robert Berg
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